Marvin Wilhelmi aus Kaisersesch geht auf die Walz

Nach der abgeschlossenen Lehre zum Dachdecker hat sich Marvin Wilhelmi (Vierter von links) entschlossen, auf die Walz zu gehen. Es ist schon etwas Besonderes auf die Walz zu gehen. Denn in dieser auch als Wanderjahre bezeichnete Zeit, muss der Wandergeselle unter zum Teil schwierigen Bedingungen sein Leben und seine Arbeit gestalten.  

Er darf weder ein eigenes Fahrzeug besitzen noch sollte er öffentliche Verkehrsmittel benutzen – somit bleibt der Weg zu Fuß oder per Anhalter. Als Erkennungsmerkmal steht die Bekleidung im Vordergrund. Diese sogenannte Kluft muss immer getragen werden. Bestandteile sind insbesondere die weite Schlaghose aus Cord oder Deutschleder, eine Weste mit acht Knöpfen und ein Jackett mit sechs Knöpfen sowie ein weißes Hemd. Dazu darf ein schwarzer Hut mit breiter Krempe (es kann auch ein Zylinder, Schlapphut oder eine Melone sein) nicht fehlen. Zu guter Letzt rundet der Wanderstab (Stenz) das besondere Erscheinungsbild des Wandergesellen ab. 

In seiner Wanderschaft ist Marvin Wilhelmi auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen, denn sein Schlafplatz und seine Arbeit muss er sich immer wieder aufs Neue suchen. In diesen mindestens drei Jahren darf er seinem Heimatort nicht näher als 50 Kilometer kommen. 

Bürgermeister Albert Jung und Stadtbürgermeister Gerhard Weber wünschen Marvin Wilhelmi eine interessante und mit viel Glück verbundene Wanderschaft.

Bildunterschrift: Vor einigen Tagen wurde Marvin Wilhelmi (Vierter von links) von seiner Familie und Stadtbürgermeister Gerhard Weber (Mitte) verabschiedet und ist nun für mindestens drei Jahre und einen Tag unterwegs.