Zur Mobilität der Zukunft gehört die Wasserstoff-Brennstoffzelle

Hervorragende Zukunftsaussichten für die Brennstoffzellen-Technologie sahen Experten auf der Fachkonferenz, zu der das H2BZ Netzwerk RLP und die Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam eingeladen hatten. Die Wahl des Ortes war dabei alles andere als Zufall: Denn die erste Wasserstoff-Tankstelle in Rheinland-Pfalz befindet sich in Koblenz, direkt an der A61. Der Ortstermin dort rundete die Fachveranstaltung für die rund 70 Teilnehmer ab.

Bei der aktuellen Diskussion über Elektromobilität sei die Brennstoffzelle zu Unrecht in den Hintergrund geraten, hatte Dr. Peter Götting von der „Lotsenstelle für alternative Antriebe“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz gleich zu Beginn der Fachkonferenz zur Mobilität der Zukunft vorgetragen. Denn Wasserstoff und Brennstoffzelle seien insbesondere im Güterverkehr, bei der Intralogistik und für die Personenbeförderung hervorragend geeignet, weil sie große Reichweiten bei sehr kurzen Tankstopps gewährleisten.

Praktische Beispiele aus dem Betrieb von Gabelstaplern verdeutlichten diese Vorteile: Die Technologie arbeitet emissionsfrei, spart viel Zeit beim „Tanken“ ein und macht das Lagern von Austausch-Akkus überflüssig. Beim Gütertransport und für Busse im Fernverkehr wirke sich die größere Reichweite positiv aus, zumal die enormen Gewichte von Batterien entfallen.

Wasserstoff kann z.B. durch den Einsatz von Strom mittels Elektrolyse aus Wasser produziert werden. Dass dies im industriellen Maßstab möglich ist, zeigt sich im Energiepark Mainz, der zurzeit größten Power-to-Gas-Anlage weltweit.

Wie diese Technologie wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann, dazu entwarfen Albert Jung vom H2BZ Netzwerk RLP und Jörg Wirtz vom Windkraft-Unternehmen ABO Wind ganz ähnliche Szenarien. Jung sieht in der Wasserstoffproduktion eine ideale Möglichkeit, künftig Windstrom zu speichern, statt wie bisher, die Anlagen abzuschalten, wenn das Netz überlastet ist. Und Wirtz erinnerte gar an vertraute Szenen des Lebens auf dem Land: „ Wir können uns vorstellen, dass ein Sammelfahrzeug an extra eingerichteten Stationen an Windparks, wo Power-to-Gas-Anlagen installiert sind, Wasserstoffgas abholt - wie früher das Milchauto auf dem Land Milch einsammelte.“ 

Als Ausblick nahmen die Besucher der Veranstaltung mit, dass sich die Zukunft der Elektromobilität nicht auf batterieelektrische Autos à la Tesla oder Renault Zoe beschränken wird; vielmehr werden auch Wasserstoff-Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb eine bedeutende Rolle spielen. Länder wie Japan, Südkorea und China haben sich bereits auf den Weg in die Wasserstoffwirtschaft gemacht und gehören zu den Markttreibern. 

BildunterschriftDie Teilnehmer der Fachtagung „Mobilität der Zukunft mit Wasserstoff und Brennstoffzelle“ vor dem Technologie-Zentrum Koblenz. (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)