Honig von Imkern aus der Region kaufen – sichert und unterstützt die Bestäubungsleistung

2016 gab es in Deutschland 115.000 Imkerinnen und Imker, Tendenz steigend. Als wichtigstes Ergebnis der Bienenhaltung wird häufig die Produktion von Honig und eventuell noch von Wachs angesehen. Dabei wird der um ein Vielfaches höhere ökonomische Wert der Bestäubungsleistung außer Acht gelassen. 

Durch die Bestäubung erhöhen sich sowohl der Ertrag als auch die Qualität unserer Kulturpflanzen. Etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion in der Welt hängt von der Bestäubung ab. Zwischen 800 und 900 Euro beträgt der Bestäubungswert eines Bienenvolkes. Nach Schätzungen der Universität Hohenheim beträgt der ökonomische Wert der Bestäubung weltweit 70 bis 100 Milliarden Euro und in Deutschland etwa 2,5 Milliarden Euro. Rund 80 % der 2.000 – 3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen (Quelle: Deutscher Imkerbund e. V.).

Neben den klassischen Bestäubungspflanzen, wie Obstbäume und Beeren, muss zusätzlich die Bestäubung von Wildpflanzen, die wiederum Nahrung zahlreicher wildlebender Tiere sind, berücksichtigt werden. So tragen die Bienen auch zur Vielfalt der Natur bei. 

Der Honig ist das Hauptprodukt, mit dem Imker am Markt Wahrnehmung erzeugen. Die Bestäubungsleistung, die einen ungeheuer hohen Wert inne hat, ist im Preis für ein Glas Honig nicht einkalkuliert. Sie wird vom Imker und seinen Bienen zusätzlich und kostenfrei erbracht.

Für ein Glas Honig von 500 Gramm müssen Bienen etwa 100.000 Flüge aufwenden. Die Bienen fliegen eine durchschnittliche Flugstrecke beim Hin- und Rückflug von ca. 750 Metern. Nimmt man also die 100.000 Flüge x 750 m kommt man auf eine Flugstrecke von 75.000 km. Unsere Erde hat einen Umfang von 42.000 km. Dies bedeutet, dass Bienen um 500 g Honig zu sammeln fast zweimal um die Welt reisen.

Wenn Sie diese Zeilen gelesen haben, überdenken Sie Ihr Konsumverhalten und kaufen Ihren Honig beim Imker vor Ort. 

Foto: Estelle Heitz auf Pixabay