Kriegsgräber von Verdun mahnen und erhalten das Geschichtsbewusstsein

Fahrt nach Verdun der Dorfakademie Hambuch in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Kaisersesch. „Es ist unvorstellbar, dass hier 15.000 Menschen beerdigt sind“, beschreibt Leonie (15) ihr Gefühl, als sie von dem riesigen Beinhaus in Verdun über den direkt angrenzenden Franzosenfriedhof blickt mit den unzähligen weißen Kreuzen. Die Fahrt zum Beinhaus von Verdun, in der sich die letzte Ruhestätte für über 130.000 unbekannte Soldaten des ersten Weltkrieges befindet, führt die Gruppe aus Hambuch durch eine bewaldete, aber sehr hügelige und unebene Fläche. Frau Hörter, Mitarbeiterin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräber e. V., erklärt, dass die Landschaft von Verdun geprägt ist durch unzählige Krater, verursacht von Bomben- und Granateinschlägen während der Schlacht bei Verdun. 

Am 24.04.2019 startet ein vollbesetzter Bus morgens früh von Hambuch aus nach Verdun zu den Kriegsstätten. Die Dorfakademie Hambuch hatte im Vorfeld in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Kaisersesch zu der Fahrt aufgerufen. Über 40 Personen aller Altersgruppen fanden sich zusammen. Die Teilnehmer haben ganz unterschiedliche Motive mit nach Verdun zu fahren. Ein Teilnehmer zeigt während der Busfahrt Bilder seines Großvaters, der in Verdun im Krieg gefallen war. Geschichte wird spätestens jetzt wirklich greifbar. 

Im Fort Duomont, eine Festungsanlage nahe der Stadt Verdun, erzählt Frau Hörter der Gruppe, unter welchen katastrophalen Bedingungen die Soldaten im Krieg gekämpft haben. Ausgelegt für 800 Soldaten, war Duomont im Krieg 1916 Zuflucht für über 3.200 zum Teil verwundete Soldaten. Das von deutschen Soldaten eroberte Fort, lässt erahnen, wie grausam die Zeit auf dem Schlachtfeld sein musste. 

Im Anschluss besichtigt die Gruppe das Museum Memorial, das die Geschehen um Verdun des Jahres 1916 aus vielfältigen Perspektiven beleuchtet. Besonders beeindruckend sind die Filmaufnahmen direkt aus der Frontlinie. Unweit des Museums führt der Weg ins zerstörte Dorf Fleury. „Während der Schlacht um Verdun wurde dieses Dorf sechzehnmal belagert, bis es schließlich vollkommen zerstört wurde“, referiert Frau Hörter an der wiederaufgebauten Kapelle des Dorfes. Fleury lag genau zwischen den Fronten deutscher und französischer Soldaten. Heute mahnen weiße Stehlen die Besucher zum Nachdenken. Da, wo Krater und unwegsames Gelände zu sehen sind, standen früher Wohnhäuser, eine Schule, eine Schmiede und Bauernhäuser, die genau wie deren Einwohner dem ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind. 

Tief beeindruckt steigen alle Teilnehmer in den Bus. Wie wichtig der Frieden auf der Welt ist, wird bei dieser Fahrt allen klar. Verdun ist ein wichtiges und bedeutendes Mahnmal deutscher Geschichte, das im Bewusstsein der Menschen tief verwurzelt bleiben sollte. 

Foto: Privat