Akuter Klimawandel: Die Verbandsgemeinde kaisersesch nimmt am Coaching zur Klimawandelanpassung teil

Seit April dieses Jahres lässt sich die Verbandsgemeinde Kaisersesch im Rahmen des Projekts „KlimawandelAnpassungsCOACH_RLP“ durch Experten der Stiftung für Ökologie und Demokratie e. V. in Kooperation mit dem Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels coachen. Nun fand in der Verbandsgemeindeverwaltung der erste Workshop zur Klimaanpassung unter Leitung des KlimawandelAnpassungsCOACHs Christian Kotremba statt.

Das Projekt „KlimawandelAnpassungsCOACH RLP“ verfolgt in einer dreijährigen Projektlaufzeit das Ziel, Kommunen und Landkreise in Rheinland-Pfalz bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie bei der Integration des Themas in Verwaltungsabläufe zu beraten und zu unterstützen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Die Verbandsgemeinde Kaisersesch ist eine der 14 Modellkommunen.

Der Workshop mit sieben Teilnehmern aus der Verwaltung und Externen diente zur ersten Ableitung von Maßnahmenvorschlägen zur Klimaanpassung in relevanten Handlungsfeldern der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS), wie beispielsweise der Land- und Forstwirtschaft, menschliche Gesundheit, Bauleitplanung, Bauwesen, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Wassermanagement, Boden und Biodiversität.


Der KlimaanpassungsCOACH zeigte den Teilnehmern zu Beginn der Veranstaltung die Folgen des Klimawandels für das Verbandsgemeindegebiet auf. Demnach hat sich die Verbandsgemeinde seit 1880 bis heute um ca. 1,6 °C erwärmt. Das Jahr 2018 war das mit Abstand wärmste Jahr seit der regelmäßigen Aufzeichnung des Wetters. Die zehn wärmsten Jahre wurden alle seit den 1990-er Jahren verzeichnet. Bei den Jahresniederschlägen zeigt sich kein signifikanter Trend einer Zu- bzw. Abnahme, auffallend sind hingegen die Verstärkung der Niederschläge in Form von Starkregen sowie eine Zunahme der Winterniederschläge bei gleichzeitiger Abnahme der Sommerniederschläge.


Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass die Temperaturen in Kaisersesch weiter ansteigen und gegen Ende des 21. Jahrhunderts um 2,5° bis 6°C höher gegenüber Ende des 19. Jahrhunderts liegen. Hinzu kommt ein weiterer Anstieg von Hitzetagen und Tropennächten. Aufgrund der höheren Temperaturen ist von einer Zunahme an Starkregen auszugehen. Hitzewellen werden länger andauern und vermehrt zu Trockenheit und Dürre führen. Weitere Verwundbarkeiten werden beispielsweise in der Bodenerosion gesehen, welche durch die häufigeren Starkregen weiter zunehmen dürfte.

Ziel des Projektes soll es sein, die Modellkommunen bestmöglich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen, Maßnahmenvorschläge auszuarbeiten und diese in die Umsetzung zu bringen. Andere Kommunen des Landes sollen hiervon profitieren. Die nächsten Schritte des Coachings in Kaisersesch werden in der Ausarbeitung und Priorisierung der Maßnahmenvorschläge, Durchführung von Informationsveranstaltungen und dem Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit in umweltrelevanten Themen liegen. Das Coaching wird bis Anfang 2020 weitergeführt.

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