Umwelttipp: Angelegte Blühflächen und Blühstreifen dauerhaft pflegen

Nach erfolgreicher Anlage einer Blühfläche oder eines Blühstreifens für unsere Vögel und Insekten stellen sich nun die Fragen, wie diese zukünftig zu pflegen sind. Eine pauschale Aussage vonseiten der Naturschutzverbände gibt es nicht. Jede Fläche und Saatmischung hat andere Ansprüche, Wuchseigenschaften und Standortbedingungen. 

Wann soll gemäht werden?

Grundsätzlich gilt, dass möglichst wenig auf den Flächen getan werden muss, solange sich diese gut entwickeln. Eventuelle größere Pflegemaßnahmen sollten nur im äußersten Notfall bzw., wenn diese zu stark verunkrautet sind, ergriffen werden. Auf das Abmulchen sollte gänzlich verzichtet werden! Schließlich führen diese Maßnahmen zur Zerstörung der Nist- und Überwinterungsplätze sowie der Deckung zahlreicher einheimischer Tiere auch im Winter. Besser ist es, bis zum Herbst das Verblühte zu mähen und nach 1 bis 2 Tagen abzuräumen. Die Mahd der Pflanzenstängel kann, wenn Platz vorhanden ist, noch eine Zeit lang neben der Fläche lagern, so können samenfressende Vögel auch noch später im Jahr Samen finden. Im Spätherbst, wenn alles verblüht ist, sollte zum Schutz für unsere einheimische Tierwelt auf eine weitere Mahd verzichtet werden. 

Das gleiche gilt auch für das Schneiden von Blumenstauden in unseren Gärten und Blumenbeeten, denn auch im Winter sind diese Flächen keineswegs ohne Leben. Vögel suchen wegen des nahrhaften Angebots an allerlei Sämereien von Gräsern, Blumen und Kräutern gerne nach Nahrung. Halme und Blumenstängel dienen als Eiablageplätze oder Verpuppungsort für Käfer, Schmetterlinge oder Spinnen und in den Blütenköpfchen und Blütengallen, z. B. von Flockenblumen, leben Gallmücken, Bohrfliegen und Rüsselkäfer. Im trockenen gerollten Laub und in leeren Samenkapseln verstecken sich Jungraupen und unter ausdauernden Blattrosetten liegen in der Bodenstreu die Puppen der verschiedenen Käfer und Falterarten. 

Falls bei einjährigen Mischungen eine großflächige Verunkrautung auftritt, bleibt als einzige Pflegemaßnahme der Umbruch und die Neueinsaat, falls sich solche Mischungen nicht durch die Mahd erholen. Bienen und andere Wildtiere stören sich nicht an Verunkrautungen, weshalb solche Flächen den Wildbienen zuliebe gerne stehen bleiben können. Bei einzeln auftretenden Unkrautnestern, wie beispielsweise Distelnestern, können diese auch mechanisch per Hand bekämpft werden. Eine solche Maßnahme ist zwar ziemlich arbeitsintensiv, aber deutlich besser, als ein kompletter Umbruch und die schonendste Methode. Sollen die Unkrautnester zwar beseitigt, eine Arbeit per Hand jedoch vermieden werden, so empfiehlt sich ein streifenweiser Umbruch mit Neuansaat. Dabei sorgen die neu eingesäten Blühstreifen mit der nun gestaffelten Blüte für eine noch größere Abwechslung des Blütenangebotes auf der entsprechenden Blühfläche.

Bis zum Ende des zweiten Jahres sind überjährige Blühstreifen wie einjährige zu behandeln. Sollten sie darüber hinaus stehen bleiben, ist bei Bedarf ein Mähen im Frühjahr zu empfehlen, da zahlreiche Insekten in diesen Flächen gerne überwintern. Auch mehrjährige Blühflächen können gemäht werden. Im Folgejahr blühen sie erneut. Ist ein Mulchen oder Umbruch aufgrund des Unkrautvorkommens vonnöten, so empfiehlt es sich, diese Pflegemaßnahme lediglich auf einzelnen Streifen durchzuführen. Gleiches gilt für eine bereits im Sommer notwendige Unkrautbekämpfung.

Text von Peter Schlaf, Naturschutzgruppe Kaifenheim