Klimawandel: Vegetationszeit – Der Vorfrühling ist da!

Mitte Februar beginnt für die Meteorologie die Frühphase des Frühlings, die Ende März endet und dann in den Erstfrühling übergeht. Damit neigt sich die Vegetationsruhe des Winters dem Ende und es zeigen sich die ersten Blüten von Haselnuss, Schneeglöckchen und Frühlingsknotenblumen. 

Etwas genauer beschreibt die Phänologie die periodisch wiederkehrenden Phasen der Natur. Bestimmte Pflanzen dienen dabei beispielhaft als Zeiger für den Beginn der vier Jahreszeiten. Charakteristische Vegetationsstadien, wie beispielsweise Blattentfaltung, Blühbeginn und Blattverfärbung stehen in enger Beziehung zur Witterung und zum Klima und sind daher bei langen Beobachtungsreihen ein guter Indikator für den Klimawandel.

Veränderungen können anschaulich mit einer doppelten phänologischen Uhr dargestellt werden, welche die Leitphasen der phänologischen Jahreszeiten für zwei Zeiträume gegenüberstellt. 

Im Naturraum Osteifel hat sich der Vegetationsbeginn gegenüber dem Referenzzeitraum 1951-1980 um neun Tage nach vorne verschoben: die Haselblüte erscheint bereits Mitte Februar. Auch die Sommer- und Herbstphasen beginnen heute früher, der Winter dagegen etwas später. Der Herbst ist länger, der Winter kürzer geworden.

Die Aktivitäts- und Ruhephasen von Pflanzen werden durch klimatische Einflüsse unterschiedlich gesteuert. Beispielsweise können Austrieb und Blüte neben den Tagestemperaturen auch von Tageslänge, Kältephase im Winter (Vernalisation), Temperatursummen vorhergehender Monate oder Temperaturen im vorhergehenden Herbst abhängig sein.

Die Folgen aus der Verschiebung von Jahreszeiten sind vielfältig. Für die menschliche Gesundheit ist beispielsweise der verlängerte Pollenflug relevant. Für Ökosysteme und die Landwirtschaft spielen entkoppelte Interaktionen eine wichtige Rolle, wenn beispielsweise spezielle Bestäuber noch nicht aktiv, ihre Wirtspflanzen aber bereits am blühen sind. Weiterhin profitieren viele Insekten von einer längeren Vegetationszeit: die ohnehin höheren Temperaturen sorgen für eine schnellere Entwicklungszeit, häufig können dadurch mehr Generationen im Jahr ausgebildet werden. Welches Gleichgewicht sich aus Nützlingen und Schädlingen über die nächsten Jahre ausbildet, ist derzeit in vielen Fällen noch unklar.

Weitere Informationen zum Klimawandel und dem Pilotprojekt KlimawandelAnpassungsCOACH RLP finden Sie unter www.klimawandel-rlp.de

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