Tag des Waldes 2021 - 21. März 2021 - Forstrevierleiter Markus Brengmann informiert

Seit dem Jahr 1971 gilt der 21. März international als „Tag des Waldes“. Normalerweise wird dieser Tag weltweit für Pflanzaktionen im Wald genutzt. Leider müssen auch diese Aktionen auf Grund der Coronakrise ausfallen. Für den Wald ist jedoch die Klimakrise eine viel größere Bedrohung, die das Ökosystem vor eine große Belastungsprobe stellt.

Rheinland-Pfalz gilt mit einem Bewaldungsprozent von 42,3% gemeinsam mit Hessen als das waldreichste Bundesland Deutschlands. Somit sind 839.796 Hektar der Landesfläche mit Wald bestockt.

Unser Wald wird derzeit zu einer massiven Veränderung gedrängt. Die mittlerweile eingetretenen Klimaveränderungen zwingen alle Lebewesen zu einer raschen Anpassung. Zahlreiche Faktoren lassen ihn in einem sichtbar, desolaten Gesundheitszustand erscheinen. Dieser Zustand kann in gewisser Form als Spiegelbild unserer Gesellschaft angesehen werden. Durch unsere klimaschädliche Lebensweise und Unachtsamkeit mit der Natur verlieren wir immer mehr die Möglichkeit, das angestoßene Rad des Klimawandels zu bremsen.

Wir müssen uns die Frage stellen, welchen Stellenwert der Wald für uns überhaupt hat: Ist der Wald nur die Summe seiner verkaufsfähigen Stämme? Liegt der Blick nur auf der Erholungsfunktion und dass die Wege gut zu belaufen sind? Soll der Wald nur grüne Kulisse für die Jagdausübung sein? Oder sollen durch flächige „Stilllegungen“ die natürlichen Entwicklungsprozesse in Gang kommen?

Jeder hat auf diese Fragen sicherlich eine andere Antwort. Die deutsche Forstwirtschaft hat es durch einen jahrhundertelangen Entwicklungsprozess zu einer naturnahen, strukturreichen und ökologischen Bewirtschaftungsform gebracht. Daraus ist die multifunktionale Forstwirtschaft entstanden, welche all diese Interessen am Wald unter einen Hut bringt.

Jedoch werden sich die Ansprüche an den Wald in Zukunft verlagern: Durch das massenhafte Schadholz sinken die Holzerlöse und Betriebskosten können kaum gedeckt werden. Viele Aufforstungen werden nötig, um die entstandenen Kahlflächen wieder zu bewalden. Zudem verbessern sich stetig die Lebensbedingungen für unsere heimischen Wildarten, welche die Aufforstungen teilweise wieder kahlfressen. Ebenso scheint gerade jetzt der Wald als Quelle der Erholung wieder mehr Beachtung zu finden. Jedoch sind die Hinterlassenschaften der Wanderer in Form von Müll an vielen Wegesrändern deutlich sichtbar.

Der Tag der Wälder sollte daher uns alle daran erinnern, dass wir mit einem „weiter so“ die Naturgesetze massiv aus dem Gleichgewicht bringen und sich diverse Lebensformen weltweit verändern. Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass jeder von uns bei einer Krisenbewältigung eine Rolle spielt und helfen kann, diese anzugehen. Wir sollten diese Erfahrungen nutzen und uns ebenfalls die Frage stellen, inwieweit unsere Lebensweise dem Klima gerecht wird. Nur gemeinsam können wir den negativen Entwicklungen entschieden entgegenwirken.

Markus Brengmann
Revierleiter Forstrevier Kaisersesch

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